Sonntag, 6. August 2017

Schottland 2017 - und schon ist wieder ein Jahr rum

Schottland 2017 dauerte für mich dieses Jahr nur 10 Tage und vier Spiele. Ich hatte die Option an fünf teilzunehmen, habe mich aber dann für eine andere Route entschieden, die mir letztlich nur vier erlaubte und das war ok.

Die Saison begann in Balloch bei Loch Lomond. Ein Tag ununterbrochen Regen. Spielen im Regen, stimmen im Regen, warten im Regen... Es war eine Überraschung, dass die Pipe beim Pibroch hielt.
Abends auf dem Zeltplatz kam die Sonne raus und sie sollte bis zum Ende meiner Reise nicht mehr verschwinden (bis auf einen Abend).

Balloch Gamesfield
Rosneath und Inveraray waren beides gegradete Events. In Rosneath war ich bis zum Mittag fertig, aber in Inveraray hatte ich zwischen Light Music und Pibroch vier Stunden Zeit zu verbringen. Das Ätzenste an den Games sind immer die Wartezeiten. Zwischendurch musste ich mir Sonnencreme kaufen, sonst hätte ich mir einen Sonnenbrand geholt (solls auch geben in Schottland).
 
Inveraray Gamesfield
Was mir hier in auf dem Gamesfield in Inveraray aufgefallen ist (ich saß gerade auf meinem Stuhl auf dem Platz, von wo aus ich das obige Foto schoß), rechts und links neben dir stehen Spieler und spielen sich ein, in der Ferne stehen Spieler auf der Plattform, eine große Menschenmenge, man hört die Leute reden und die Sportler ächzen... und über all dieser Szenerie schwebt der Klang der Drones, der niemandem zuzuordnen ist, sondern der gemeine Klang aller Spieler auf dem Platz. Sehr faszinierend.

Als nächstes hatte ich Taynuilt und Torbermory zur Auswahl oder North Uist. Da ich noch nie auf Uist war, entschied ich mich für einen anstelle zwei Events und reiste nach Uist. Askernish konnte ich leider nicht wahrnehmen aufgrund des Zeitplans in Inveraray. 

N. Uist am Abend davor - die Ruhe vor dem Sturm
 Auf South Uist traf ich einen Mann beim Frühstück, der die Games ebenfalls besuchte und früher auch selbst gespielt hatte. Er erzählte mir, dass er mal gegen John D. Burgess spielen musste und meinte: "This man walks on water." Er hat dann seine Wettbewerbskarriere aufgegeben. Ich traf ihn dann in North Uist bei den Games wieder. Nach meiner Performance im Pibroch meinte er zu mir, dass das eine interessante Art wäre wie ich die Crunluath-Variation gespielt habe "like a native" (er spielte wahrscheinlich auf den Rhythmus an, den ich als 5er Rhythmus spiele und nicht als 6/8).  Das freute mich.

Uists Strände, wie in der Südsee
Auf den Games in North Uist haben 14 Spieler gespielt (u.a. Donald MacPhee). Judge war John Don MacKenzie. Ich war als letzter an der Reihe im Pibroch. Nach meiner Performance sprach ich mit John und fragte, ob ich da was vergessen hätte in der 2. Zeile vom Ground, was mich während des Spielens stark verunsicherte. Und er meinte, nein war alles da, nur das Stück war etwas zu langsam. Dennoch, ich hätte den besten Drone-Sound von allen Spielern an diesem Tag gehabt. Das brachte mir zwar keine Platzierung aber ich war ein klein bisschen stolz drauf.

Pipes ready.
Es waren dieses Jahr vier Pibroch-Events (zwei gegradet) und ich war mit allen vieren sehr zufrieden. Ich hätte nicht besser spielen können. Ich kam fehlerfrei durch alle Stücke, die Pipe war stabil und der Sound (bis auf ein zu tiefes D, was mich über die ganze Zeit verfolgt hat, ich konnte aber auch nichts dagegen machen, da es nicht abgeklebt war) sehr gut. Ich habe zwar nichts gewonnen aber meine persönlichen Ziele erfüllt: Fehlerfreies Spiel, konstanter Sound.

Spielen in Glencoe, meinem Lieblingstal.

Montag, 10. Juli 2017

Pipe Bag

Viele meiner Schüler tragen immer einen Haufen Zeug mit in ihrer Pipetasche (inkl. dem Plastik-Luftblasen-Einwickel-Zeug). Es passt ja auch viel in das Australia-Pipecase, warum dann nicht aussnutzen? Weil, zu schwer. Wenn ich auf "Reisen" gehe, sprich auf Wettbewerbe fahre, wie jetzt die kommenden 1,5 Wochen nach Schottland befindet sich in meiner Pipe-Tasche folgendes.


Namensschild
Schleifpapier (1200er Körnung)
Reed-Notizen
Lineal (bzw. Teil eines Lineals)
Ersatz Chanter Reeds/ Drone Reeds
Stimmgerät
Reed-Poker

Hemp
Tape
Skalpel
(diese 3 Teile sind mit das wichtigste in der Tasche! ...neben der Pipe)

Fingermassage Ringe
Ohrenstöpsel
Tücher
Handtuch
Chanter (mind. 2, max. 3)
Blowpipe
Pipe
PC
Ersatzteilkistchen (inkl. Taschenmesser, Ersatzventil, Lämpchen, Vaseline)


Und das ist viel und schon einiges an Gewicht. Im Alltag ist es dann noch etwas weniger, da man nicht immer auf alle Eventualitäten vorbereitet sein muss. Ich habe noch eine zweite Tasche dabei, die dann meist im Auto liegen bleibt. Dort habe ich ein zweites Set Pipes (nur die Drones+Reeds), mehr Ersatzreeds (für Drones und Chanter), Putzzeug, Werkzeug für Reeds, Ersatzblowpipe,-chanter, mehr Hemp und Tape. E-chanter und Tinwhistle.

Am 13.7. geht's wieder los. Diesmal sind es 6 Wettbewerbe in der Ecke Argyle. Nicht so lange wie letztes Jahr. Wenn das Dachzeit bzw. die Dachträger dieses Jahr ohne Zicken mitmachen, fahre ich vielleicht nächstes Jahr wieder länger.


Sonntag, 28. Mai 2017

Zen and the art of playing

Die wenigsten kennen, was eventuell auch daran liegt, dass ich damit nicht hausieren gehe, meine große Affinität zu Computer- und Videospielen. Ich finde die E-Sport Szene sehr interessant. Und hätte ich mit 17 Jahren geahnt, dass man als professioneller Zocker sein Geld verdienen kann, wäre mein Leben wahrscheinlich in anderen Bahnen verlaufen. Nein, stattdessen musste ich Dudelsack spielen lernen. Was die Dudelsackszene mit der E-Sport Szene verbindet, ist das hohe Maß an Kompetivität.

Nun bin ich weit davon entfernt ein professioneller Zocker zu sein und ich frage mich jedesmal wie man so gut sein kann in solch einem Spiel. Dass Übung den Meister macht, darum geht es hier nicht. Ich will auf etwas anderes hinaus. Die Cracks in den Spielen machen meist auch Youtube Tutorials. Dort kann man sich anhören, was man tun muss, um besser zu werden. Und es fiel in so einem Video ein Satz der treffender nicht sein könnte auch und insbesondere fürs Dudelsackspielen (wahrscheinlich für jedes Musikinstrument). Es geht um Akkuratesse, und diesen Satz predige ich meinen Schülern jedesmal:

"Speed comes with time and practice"

(Youtube; Cynical Nerds; Video: "Overwatch - Top 5 Tips to improve Accuracy")

Es sind insebesondere die "älteren Semester", die meinen mit schnellem (dafür unsauberen) Spiel ihre/die Zeit aufzuholen, die man in jungen (teenager) Jahren noch hat. Das funktioniert nur so nicht. "There are no shortways".

Ich finde es höchst interessant, wie diese zwei Gebiete, die thematisch soweit auseinander zu liegen scheinen, doch so gleiche Grundsätze haben.

Samstag, 4. Februar 2017

Reedbau-Werkstatt

Da ich noch unmengen Cane zu Hause rumfliegen hatte, habe ich beschlossen, das Angenehme mit dem Nützlichen zu verbinden und mit Schülern Cane-Reeds für die Bassdrone zu bauen.

Cane
Nach drei Anläufen hatten wir beide (meine Schülerin Linda und ich) je ein brauchbares Reed in der Hand. Allerdings wird erst die Zeit zeigen, was die Dinger wirklich taugen. Bei Gelegenheit werde ich ein Video hochladen mit dem Reed in der Bordune.


Dronereedbau ist Handwerk, Chanterreedbau ist Kunst.

Donnerstag, 3. November 2016

Repertoir

Worin liegt der Vorteil eines großen Repertoirs an Liedern? Meiner Meinung nach nicht darin, dass man dem Publikum ein möglichst abwechslungsreiches Programm bieten kann. Der Grund ist eher persönlicher Natur. Es kommt natürlich auch drauf an, was man macht, sprich, wo man spielt. Bei Auftritten reicht ein kleines Repertoir an Standards für 30 Min. Die Klassiker eben. Die verlernt man auch nicht so leicht. Aber für sich macht es Sinn ein großes Repertoir aufzubauen. Ich habe mir angewöhnt, Tunes, die ich gelernt habe in eine List zu notieren (geordnet nach Typ). Beispielsweise befinden sich z.Z. 20 Jigs in der Liste. Ich spiele im Moment aber nur 3-4 Jigs regelmäßig. In Competition-Zeiten konzentriere ich mich nur auf drei, da nur drei gefordert sind. Neulich wollte ich einen Jig raus- und dafür einen andern reinnehmen und überlegte welchen. „Allan MacPherson of Mosspark“ kam mir in den Sinn, den hatte ich nämlich schon mal gelernt und eine Weile gespielt. Ich konnte diesen aber auf Anhieb nicht mehr auswendig. Dennoch, es hat gereicht sich die Noten nochmals zur Hand zu nehmen und das Stück mit diesen eins zwei mal durchzuspielen bis es wieder saß.

D.h. das Repertoir verschwindet nicht aus dem Kopf, wenn man Lieder auf Eis legt, man kann später wieder drauf zurückgreifen. Ein weiterer Vorteil dieser Vorgehensweise (Lieder lernen, auf Eis legen, neue Lieder lernen, etc.) ist, dass sich die alten Stücke im Geist setzen können. Und während man sich weiterentwickelt und durch Üben besser wird, wird auch das Stück, mit dem man vielleicht sogar anfänglich Probleme hatte, für einen leichter, wenn man es wieder aufnimmt.

Didaktisch hat dieses Vorgehen auch einen Vorteil: Wenn man also Probleme mit einem Stück hat und dieses so oft gespielt hat, dass es einem zu den Ohren rauskommt und sich die Probleme aber nicht lösen durch das Üben, dann kann es Sinn machen, das Stück für einige Zeit (und ich meine Durchaus für Monate) wegzulegen und sich andern Stücken zu widmen. Das funktioniert aber nur, wenn man wirklich hart an dem Tune gearbeitet und auch diesen für mehrere Wochen/Monate gespielt hat.

Donnerstag, 13. Oktober 2016

Wallfahrt

I played at the MacCrimmon Cairn!


Reedhandbuch

Mal ein Tip meinerseits, nicht nur für Anfänger, sondern für diejenigen, die nach einem besseren Sound suchen. Wenn man nach einem guten Sound sucht oder seinen Sound verbessern will, kommt man wohl nicht umhin verschiedene Reeds auszuprobieren. Hier in diesem Artikel geht es nicht um die Dronereeds, sondern um Chanter Reeds. Wenn man sich ein Arsenal an Reeds zugelegt hat, sei es aufeinmal oder im Laufe der Zeit, kann es passieren, dass man leicht den Überblick verliert, wenn man die Reeds immer wieder austauscht, um sie zu vergleichen. Dann sucht man oft das eine Reed, welches dann doch besser klang als das, welches man im Moment drinnen hat.

Mir persönlich geht es so. Ich experimentiere gerne mit verschiedenen Chantern und verschiedenen Reeds. Klingt das eine Reed in dem andern Chanter vielleicht doch besser? Lieber nochmal das vorherige testen.
Es gibt Spieler, die setzen ein Reed und lassen es drinnen bis es den Geist aufgibt. Ich gehöre nicht dazu. Ich bin auf der Suche nach dem „heiligen Gral“, dem einen Reed. Mittlerweile im Laufe der Jahre habe ich eine gute Sammlung an Chanterreeds, die aller mehr oder weniger gleich gut laufen und jetzt die Feinsortierung beginnt. Was ich will ist neben einem guten Ton vor allem Stabilität, am besten beides in Kombination. Ein Reed auszuprobieren braucht aber ein paar Stunden Spielzeit, während dessen die andern Reeds in der Kiste liegen. Man verliert so leicht den Überblick.

Was hier/mir hilft ist ein „Reednotizbuch“ (ich habe dieses in Form einer Word-Datei). Jedes Reed, dass ich intensiv ausprobiert habe bekommt eine Nummer (mit Bleistift auf das Reed gemalt) und zu jeder Nummer mache ich mir eine Notiz zu dem Reed, seinen Eigenschaften und wann es Verwendung fand (zum Beispiel Competition in Schottland 2016). Das kann in etwa so aussehen:
"5
Derzeit bestes Reed ! (für Naill Chanter) Easy to blow. Bright. Balanced.
Nachtrag: Bestest Setup mit Shepherd Chanter (blaues Band)!
6
Gutes reed (Shepherd). Recht hart zu spielen. Müsste eingespielt werden oder runter geschabt...
Weiß nicht, ob schaben ne gute Idee ist. Lege Reed erstmal auf Eis.
7
Gutes reed. Choked, wenn man nicht acht gibt. Im neuen Naill Chanter sehr gut.
8
Angenehm weich im Druck. Aber unstabil (gerade F). Im Shepherd qietscht die HG Gracenote. Im neuen Naill ok bis auf F.
9
Gutes Reed. Leicht zu spielen. Solid. Im trockenen Zustand viell. etwas hart und anstrengend.
10
Allan's Reed. Choked! Chript, nicht so gut für kalt und draußen. Sonst recht stabil, guter Klang.
11
Sehr gutes Reed. Sehr weich. Am besten im Shepherd Chanter und den Duncan Drones.
COMPETITION REED !!!!! Nachtrag: Läuft fast noch besser im Naill Chanter, dann muss das Tape allerdings etwas korrigiert werden (Top Hand Sharp)!! Nachwievor sehr gutes Reed."

Mir haben diese Notizen (es sind noch weit mehr) bisher gut geholfen den Überblick zu wahren.

Samstag, 8. Oktober 2016

Schottland 2016 Teil II

6. Arasaig: Und seit diesem Tag vermute ich einen Fluch über „MacCrimmon's Sweetheart“, denn ich habe es kein einziges Mal geschafft das Stück fehlerfrei durchzuspielen. In Arrasaig habe ich mich von Taynuilt noch nicht erholt. Es war quasi vorprogrammiert und so lief es auch. Wieder MacCrimmon's Sweetheart, aber diesmal kam ich nicht einmal durch den Ground. Ich hab meine Sachen gepackt und bin weitergefahren. Nur um in Mallaig festzustellen, dass alle Fähren nach Skye bis auf den Folgetag ausgebucht sind und ich genauso gut außen rum fahren kann, was ich dann auch tat. Wenn ich nicht an die Termine der Games gebunden wäre, würde ich niemals in den Sommermonaten (insbesondere Juli und August) nach Schottland fahren. Ich hatte sehr oft einen Tourist-Overload...

Gamesfield, Arasaig.
 7. Durness: Wiedersehen mit einem alten Bekannten aus Deutschland. Ich habe mich sehr gefreut Martin Kessler in Durness zu treffen. Und er bemerkte zu Recht: In Durness spielt man nicht nur gegen die Konkurrenz, sondern auch gegen die Gezeiten. Was er meinte: Es war eine Eiseskälte dort oben. Mir sind die Finger abgefroren beim Spielen. Zu diesem Zeitpunkt habe ich mich wieder etwas gefangen, kam auch mit hängen, würgen und massig Fehlern durch „MacCrimmon's Seetheart“ (wie gesagt, ein Fluch). Ich konnte aber überraschender Weise einen vierten Platz im Strathspey/Reel Kontest belegen. Ein Spieler hatte abgebrochen (wir waren nur zu sechst) und wer von den restlichen Fünfen noch schlechter gespielt hat als ich, ist mir schleierhaft.

Durness

8. Halkirk: Bei vier (fünf) Teilnehmern keine Platzierung zu machen ist schwierig, aber auch nicht sonderlich aussagekräftig. Ich konnte sämtliche letzte Plätze belegen. Zumindest gabs Preisgeld dafür und das nicht zu wenig. 160,- GBP gabs dafür. Nicht schlecht. Zur Abwechslung wollte der Judge „Lament for Donald of Laggan“ hören, welches ich gegen "Hector MacLean's Warning" ausgetauscht habe.

9. Portree, Skye, Dunvegan-Medal: Das schöne an schotischen Events ist, dass man dort sehr relaxt spielt, einfach weil man seine Erwartungen runterschraubt. Die sind eh alle so gut, da brauch man sich keine Hoffnungen zu machen und kann einfach sein Ding machen. Normalerweise empfinde ich das so. Bei der Dunvegan Medal war das anders. Aus welchem Grund auch immer habe ich sehr hohen Repekt vor dieser Veranstaltung und war recht nervös. Man muss im Vorfeld vier MacCrimmon Kompositionen angeben, die man spielen möchte. Unmittelbar vor Betreten des Tuning-Rooms erfährt man dann welchen Tune man zu spielen hat. In meinem Fall war es „MacLeod's Controversy“ ein kleines und kurzes aber technisch anspruchsvolles Stück. Um ehrlich zu sein hätte ich lieber einen der andern drei gespielt. Aber ich kam fehlerfrei durch und war sehr zufrieden dafür, dass ich so nervös vorher war. Meine Aufnahme von mir, die ich von jeder Performance mit dem Handy mache, zeigte allerdings, woran ich noch zu arbeiten habe, nämlich an der Konsistenz meiner Verzierungen.

Pibroch in Portree.... What the hell is he doing anyway....?

10. Dornoch: Relativ unspannender Event, stright forward. An diesem Tag hat die deutsche Fraktion zwei neue Spieler dazubekommen: Anna K. (die schon bei Skye dabei war) und Susy K. lösten mich quasi ab, da ich in drei Tagen den Heimweg antrat.

Die heilige Gedänkstätte und Pilgerort: Der MacCrimmon Cairn

11. Newtonmore: Ebenso wie Dornoch, unspannend, stright forward. Allerdings musste ich mein „Donald of Laggan“ im Regen spielen, was das Instrument nicht mitmachte.

12: Mallaig: Viel ins Wasser, wegen schlechtem Wetter.

Selten erwähnt: Der MacArthur Cairn (auch auf Skye)
Conclusion: Ein 6. und ein 4. Platz und einige positive Kommentare von Judges waren sehr motivierend. Wenn man an 11. Wettbewerben teilnimmt gewinnt man an Routine. So ab dem sechsten Event spielt man immer gelassener und somit auch (zumindset subjektiv) besser. Was mir aufgefallen ist, die Judges haben meist die kleinen Tunes gewählt. Ein paar mal musste ich „MacCrimmon's Sweetheart“ spielen, aber sonst waren die Favoriten „The Little Spree“ und „Donald of Laggan“. Meinen dritten Tune „Lament for MacDonald of Kinlochmoidart“ wurde kein einziges Mal gewählt. Fand ich schade.

Mit Gold veredelt?

Schottland 2016 Teil I

Schottland 2016 war nass und anstrengend. Ich werde, da es sich hier um einen Dudelsack-Blog handelt nicht zu sehr auf die Sightseeing-Aspekte eingehen als mehr auf die Highlandgames, deren es insgesamt 12 Stück waren auf 3,5 Wochen verteilt. Dieser Bericht ist zweigeteilt. Die Games, meine Eindrücke und die Ergebnisse waren folgende:

1. Balloch, nahe Loch Lomond: Nett. Schwer einen Parkplatz zu finden. Überschaubar und gut organisiert. Ich habe diesen ersten Event dazu genutzt meine Pipe zu aklimatisieren. Mit „The Little Spree“ konnte ich leider nicht punkten.

2. Rosneath (C-Grade): Was mich hier am meisten gestört hat, war, dass die Organisatoren nicht in der Lage waren Sitzgelegenheiten aufzustellen. Den ganzen Tag stehen war somit sehr anstrengend. Dies war die erste Competition mit Graded-Events. Auch hier wollten die Judges „The Little Spree“ hören, womit ich wieder nicht Punkten konnte. Der Tag war sehr feucht und man musste meist im Regencape rumlaufen. Von der Location: Gut zu parken, gut übersichtlich, schöne große Einspielfläche.


Rosneath im Nieselregen
3. Inveraray (C-Grade): Die Temperaturen stiegen an. Es war ein eher schwüler Morgen, was das Stimmen der Pipe ein bisschen erschwerte. Ich kam zügig dran und war innerhalb (ich meine) einer Stunde fertig mit allen Events. Hier wusste ich schon im Vorfeld, was ich spielen muss: „MacCrimmon's Sweetheart“. Ein Stück, mit dem ich mich eigentlich sehr sicher fühle. Ich kam gut durch, doch dann kam die Dithis-Varaiation und dort hatte ich in der zweiten Zeile einen bösen Hänger und den gleich zweimal. Ich habe es geschafft, den zu umspielen und wieder in das Lied reinzufinden. Man macht sich in solch einem Moment arge Gedanken, ob es besser wäre abzubrechen. Ich entschied mich weiter zu spielen und das war auch gut so. Ich konnte mit dem Stück den 6. Platz belegen. Und jetzt kann man das von zwei Seiten betrachten: 1.) Ich habe dem 6. gemacht, obwohl ich mich verspielt habe oder 2.) weil ich mich verspielt habe. Ich denk, dass ich ohne Verspieler weiter oben gelandet wäre (aber das ist Mutmaßung).

Preisliste Inveraray
 4. Tobermory (Mull): Ein Open-Event, d.h. jeder kann mitspielen. Und als ich sah, wer die Konkurrenz an diesem Tag war, verließ mich schlicht der Mut teilzunehmen. Stuart Liddell und Angus MacColl (u.a.) als Mitsreiter, da weiß man, wo man spielt. Ich habe mich letztlich doch durchgerungen mich anzumelden (Anmeldungen auf schottischen Games finden meist direkt vor Ort und kurz vor Beginn statt). Es gab ein Wiedersehen mit Robert Wallace, den ich durch das College of Piping kenne, der einer der beiden Wertungsrichtert war und mir den Tune „Hector MacLean's Warning“ aufdrückte. Wie zu erwarten habe ich keinen Platz belegen können, aber es war dennoch ein schöner Tag (auch wettermäßig einer der wenigen Sonnigen warmen Tage dort oben).


I see Mull

Tobermory Games, Mull.
5. Taynuilt: Zugerne wäre ich nach Uist gefahren, doch war mir das zu unsicher mit der Fährverbindung, schließlich hatte ich ja einen strammen Terminplan, den ich einhalten wollte. So fiel Uist flach und Taynuilt war an der Reihe. Die Ortschaft selbst eher unsympatisch. „Moderne“ Häuser“ keine Gaststätte oder irgendwelche Geschäfte, lediglich ein sehr teures Hotel. Es wirkte sehr elitär, ohne das ich sagen könnte, woran ich das genau festmache. Es war mehr so ein Gefühl, eine Ausstrahlung des Ortes. An diesem Tag habe ich meine größte persönliche „Niederlage“ einstecken müssen. Die Spieler in Schottland sind natürlich alle gut. Die wachsen damit auf, fangen viel früher mit dem Instrument an und lernen es gleich richtig, ganz davon abgesehen, dass ihnen auch die Lieder nicht fremd sind. Sprich auf einem Wettbewerb zu verlieren (man verliert nicht, man gewinnt immer Erfahrung), oder anders: Auf einem Wettbewerb keine Platzierung zu bekommen macht nichts, weil die alle saugut sind, ganz einfach. Man geht schon meist mit der Erwartung auf die Bühne, dass man keinen Platz belegen wird. Man will einfach nur so gut spielen wie es eben geht, seine persönliche Bestleistung bringen. Wenn man das erreicht hat, dann ist auch eine Platzierung relativ egal. Mit dieser Haltung gehe ich normalerweise auf die Plattform, so wie an diesem Tag auch. Ich war entspannt, die Pipe lief gut und ich macht meinen Weg durch „MacCrimmon's Sweetheart“. Alles lief gut bis ich in die erste Zeile der Crunluath-Variation kam. Und ich weiß nicht, was da genau passiert ist, ich war nicht unkonzentriert oder so, aber die Finger haben plötzlich ein Torluath Movement gespielt, obwohl ihnen klar war, dass wir in der Crunluath-Variation sind. Und hier muss der Spieler in Sekundenbruchteilen entscheiden, ob es Sinn macht weiterzuspielen oder abzubrechen. Ich habe mich diesmal für letzteres entschieden. Und ich wäre in Frieden gegangen, vielleicht hätte ich mich ein wenig geärgert, aber nicht viel und nicht lange, wenn nicht noch die Judges zu mir gesagt hätten: „What a shame“, „We very enjoyed this performance“ und „you would have been in the pricelist“! … Ich war so sauer danach und es hat mich eine geschlagene Woche gekostet mich davon zu erholen. Das wäre was gewesen mit Angus MacColl auf der Preisliste zustehen... Tja, Scheiße. Aber knapp daneben ist halt auch vorbei.

Rushhour in Schottland
to be continued...