Sonntag, 7. Juli 2013

Kunst und Handwerk

"Ein Dronereed zu bauen ist Handwerk.
Ein Chanterreed zu bauen Kunst."

(Andrew Frater)

Samstag, 22. Juni 2013

Über das Stimmen auf der Bühne

Unser Instrument, so wohlklingend es auch ist, so unzumutbar klingt es beim Stimmen. Das könnte man zumindest meinen, wenn man auf Piobd-Soc.-Conference Leute sagen hört, das Stimmen sollte komplett von der Bühne verbannt werden. Oder, wenn man Spieler sieht die beschämt auf der Bühne in der Ecke stehen und versuchen ihr Instrument (nach-)zustimmen. Vielleicht soll letzteres Gehabe, den Laienzuhörer signalisieren, dies gehört nicht zum Lied. Denn diese Zuhörer können das Stimmen ja nicht von dem Stück unterscheiden. Vielleicht sollte man diese Zuhörer ja von der Bühne verbannen.

Manchmal habe ich das Gefühl, unser Instrument ist das einzige auf der Welt, wo es als schändlich gilt, wenn man es stimmt. Ein Gitarrenspieler, der für eine Trauzeremonie in der Kirche eingeladen ist zu spielen, würde nie auf die Idee kommen, eine 3/4 h eher dazu sein, sich und sein Instrument warm zuspielen, um dann zum Zeitpunkt seines Auftritt nicht mehr stimmen zu müssen. Nein, dieser Gitarren spieler wird sich die Zeit nehmen, seine Gitarre, falls sie nicht stimmt, eben kurz vor dem Stück nochmals zu stimmen. Instrumente verstimmen sich nunmal. Gitarren genauso wie Geigen oder Dudelsäcke. Das Stimmen ist nun mal Teil der Performance. Und daran müssen sich auch die Zuhörer gewöhnen.

Bei dem Recital in Friedberg dieses Jahr spielte Roddy MacLeod. Er hat sich vorher warmgespielt, natürlich, aber auch er musste während der halben Stunde auf der Bühne nachstimmen. Und ich als Zuhörer fand auch das spannend zu beobachten und zu hören, wie er immer feiner und weiter das Instrument zusammenbrachte, bis dann alle Pfeifen perfekt aufeinander abgestimmt waren.

Das Verkriechen in die Ecke signalisert Unsicherheit und Unwohlsein mit dem eigenen Instrument. Man kann es (noch) nicht so gut, weiß eigentlich gar nicht was man da macht und will die Zuhörer mit seinen schiefen Tönen (von dem womöglich ungestimmten Chanter) nicht länger belästigen als irgend nötig.

Das Verbannenwollen von der Bühne zeigt, dass unsere so vermeintlich hohe Kunst so unzugänglich für Außenstehende ist, dass sie das Stimmen von dem Stück nicht unterscheiden können. Das mag ja auch so sein, doch dann ist das ein Problem der Zuhörer und nicht das unsrige. Über mangelnde Aufmerksamkeit von Außen gegenüber der Highlandpipe können wir uns ja wohl nicht beklagen, dass wir schauen müssen, alles so zugänglich wie möglich zu halten.

Ich sage, macht das Stimmen zum Teil des Auftritts, lasst die Zuhörer sehen, was ihr macht, auch wenn ihr es noch nicht so gut könnt. Sonst fragen die sich nämlich, was macht der die ganze Zeit dadrüben in der Ecke? Und die Frage, ob der Spieler schon angefangen hat mit seinem Stück, wird dadurch auch nicht beantwortet.


Sonntag, 16. Juni 2013

Neue Staubfänger im Regal

Xanten 2013 ist vorbei und damit auch die letzte (Live-)Solo-Competition in Deutschland dieses Jahr. Abgesehen von der Onlinecomp. im Herbst, ist erst wieder im Januar die Hamburg-Comp. dran.

Alles in allem hatte ich mit mehr Regen gerechnet, aber ich hab mir einen leichten Sonnenbrand auf der Nase geholt. Im direkten Vergleich zieht Xanten gegenüber Peine den Kürzeren. Es gibt in Peine einfach mehr Stände mit leckren Sachen. Dennoch war und ist Xanten gut organisiert. Abgesehen von der fast 3/4h Verzögerung im Piobd.-Event. So was ist ungünstig. Man spielt sich eine halbe Stunde bevor man offiziell dran ist ein, dann heißt, sorry, dauert noch 20 Min. Dann heißt es, du bist als übernächstes dran, dann wieder als überübernächstes und außerdem noch weitere 10 Min....... Das Warmhalten der Pipe ist sehr anstrengend.

Aber wirklich Grund zum Klagen habe ich nicht. Für mich lief Xanten dieses Jahr sehr gut. In allen gespielten Events konnte ich Plätze belegen. Den Anfang machte das gut besuchte MSR Event. Die Pipe lief gut und ich hatte soweit alles unter Kontrolle. Dennoch gab es den obligatorischen Verspieler im Reel. Das Set bestand aus den Liedern: Donald MacLellan of Rothesay, The Ewe wi the crookit Horn, Lt. Cl. DJS Murray.
Ich konnte das erstmal in meiner Laufbahn den 1. Platz in einem Light-Music Event belegen.

Nach einer Stunde Wartezeit, kam der HP/Jig Event dran. Ich fand, der lief besser. Was mich allerdings aus dem Groove brachte, der bis zum letzten Teil des Jigs hielt, war, dass ich auf die tolle Idee kam mein Gewicht auf den andern Fuß zu verlagern. Erfahrungsgemäß bringt mich das immer raus, dachte mir aber, bist grad so gut drinn, das geht... haste gedacht. Das hat mich wohl letztlich auch den 1. Platz gekostet. Es blieb der 2.
Die Stücke: The Man from Skye/ The Curlew (im Übrigen ein Vogel).

Nach weiteren 3,5h Warten, dann der verspätete Piobd. Stimmtechnisch und Interpretationsmäßig sehr gut. Leider machte mir der Crunluath-A Mach Schwierigkeiten, was mich rausbrachte. Der Judge hat das nicht gestört, dennoch reichte es auch hier nicht für den 1. Platz. Ich wurde 2. von... 2 :/

Für alle Gewinner gab es noch Gutscheine von Wallace-Bagpipes, von denen ich nicht weiß, wo man die Einlösen kann und auch wohl eher nicht das Bedürfniss haben werde bei Wallace-Bagpipes einzukaufen. Da hätte ich mir lieber Geld gewünscht, so kann man das gleich ins Benzin stecken und hat was davon... Aber ich will mich nicht beschweren. Alles super.

Jetzt heißt es die Monate zu nutzen und für Hamburg trainieren. Es wird Zeit, die Sets grundlegend mit neuen Liedern zu besetzen. Mal sehen wie weit ich komme.

Die neuen Staubfänger.

Montag, 13. Mai 2013

Zitat der Woche/ Quote of the week

I have always to tell my pupils that they must raise their fingers very high for all the gracenotes and embelishments to play them accurate and clean.

Joseph MacDonald in his treatise from 1760 already tells:

"The  Movement of each Finger must be as high as Possible, that they may return with greater Force, For true Pipe Musick, depending Chiefly on the Disposition & Execution of the Fingers, must be so performd, with all the Strenght as well as agility of the Fingers, to make it well playd." (R. D. Cannon: "Joseph MacDonald's Compleat Therory of the Scots Highland Bagpipe", 1994).


Samstag, 11. Mai 2013

Competitionlernen

Ich habe diesen Artikel schon mal gepostet, wieder ausgegraben, da ich ihn für wichtig halte und nochmals überarbeitet:

Das Angebot an Fortbildungsmöglichkeiten in Deutschland in Bezug auf das Dudelsack-Spielen-Lernen ist in den vergangenen Jahren stark gewachsen. Das ist schön.

Was mir jedoch missfällt ist, dass der "Wettbewerb"/ die "Competition" jetzt auch schon Einzug hat in die Lerninstitute. Zertifikate werden verliehen und neue Highlandpipes an den verschenkt, der in der Woche den meisten Lernfortschritt erzielte.

Und das ist nämlich genau das Problem. Woran misst man den Lernfortschritt? In einer Winterschule hat eine Teilnehmerin eine neue Pipe bekommen, da sie es geschafft hat innerhalb von einer Woche von Kenntnisstand Null, anfangs der Woche, "Scots wa hea" zu spielen, am Ende der Woche.

Das ist natürlich eine Leistung. Doch warum muss man diese in diesem Umfang belohnen. Ist es nicht befriedigend genug, wenn man das erreicht hat, was diese Dame erreicht hat?

Was noch schlimmer ist, dass andere Spieler vielleicht in dieser Woche noch viel mehr gelernt haben, sich dieses Gelernte aber nicht so leicht manifestieren lässt (in beobachtbarem spielerischem Können z.B.), sondern eher auf einer anderen Ebene abspielt. Außerdem, ab einem bestimmten spielerischem Niveau lassen sich Lernfortschritte nicht mehr so leicht beobachten, d.h. nicht, dass derjenige, der schon 8 Jahre spielt, Competitionerfahrung hat, kleinere Lernerfolge erzielt als der Anfänger.

Und mithin möchte ich sagen, dass ich es generell für nicht förderlich halte, wenn der Wettbewerb nun Einzug erhält ins Lernen. Wie schädlich ist das für jemanden, der die Erfolge des Nachbarn sieht, aber seine eigenen nicht wahrnimmt. Wenn er seine Erfolge mit andern vergleicht und nicht sieht, wie weit er eigentlich diese Woche gekommen ist? Vielleicht fühlt er sich frustriert und hört auf, weil er meint, keine Fortschritte zu machen, oder unfähig zu sein scheint, das Instrument zu erlernen... Es kann frustrierend sein. Muss es aber nicht, wenn man das Wettbewerbs-Ding aus dem Lernen heraushält.

To tape or not to tape?

"A chanter with no tape on it is not in tune." (can't remember who said this, but true).

Sonntag, 5. Mai 2013

Festigung der Basis... :/

Peine 2013. Eine Erfahrung. 360 km, ein Gutteil davon über die A7... Die ist echt nervig. Nunja morgens um 6 geht das noch. Zurück ging es auch, aber 2km frei, 2km Baustelle und das über eine Distanz von (keine Ahnung) gefühlten 100 km ;) 
Ich dachte mir, gibs dir einfach mal. Um 0930 angekommen, etwas später als berechnet, empfing mich Sonnenschein in Peine. Nach der ersten Besichtigungsrunde musste ich staunen über die vielen Stände. Peine ist bestimmt doppelt so groß wie Xanten (also das Festgelände). Den überarbeiteten Zeitplan gecheckt und festgestellt, ich hab noch 2 Stunden. Also erstmal Kaffee trinken. Umziehen, Einspielen, um 1220 erster Event MSR:
M: Donald MacLellan of Rothesay: Lief gut, kam gut durch, hatte einen guten Swing, aber an der Betonung kann man wohl noch arbeiten.
S: Ewe wi the crookit horn: Guter Übergang, kam gut durch.
R.: DJS Murray: Jaja... Verspieler im zweiten und dritten Teil :/

Ergebnis: 3. Platz von 8 Spielern.

Dann hieß es 1,5 Stunden warten bis es weiterging mit HP/Jig:
HP: Man from Skye: Der einzige Tune mit dem ich mich sicher und wohl fühle. Kam gut durch. 4. Teil starke Unsicherheit, die man wohl auch hören konnte. 
J: Curlew: Kam ebenfalls durch, aber auch hier starke Unsicherheit.

Ergebnis: 3. Platz von 8 Spielern.

Diese schönen Umhänger gabs als Belohnung :)

Alles in allem war mir die Nervosität im Weg. Gerade beim HP/Jig hätte ich mehr rausholen können, wenn die Unsicherheit nicht gewesen wäre. Nun ja und der Verspieler im Reel hat mich wohl auch noch einen oder sogar zwei Plätze gekostet. Auch mein Sound hat zur Verunsicherung beigetragen, da ich mit dem Chantersound nicht wirklich zufriden war.

Insgsamt aber eine schöne Veranstaltung, gut organisiert. Für mich aus zwei Gründen aber weniger interessant: 1. Zu weit weg; 2. Kein Piobaireachd im Angebot. Mal sehen, ob ich nächstes Jahr wieder komme.

Noch knapp 1,5 Monate bis Xanten. Ich weiß woran ich arbeiten muss. Da muss doch noch mehr zu holen sein ;)


Dienstag, 30. April 2013

A short note on Echo Beats

There is no such thing as a long E, B, throw on D in the Echo Beats.
The Canntaireachd says clearly: che-re-de and not che-re-n-de (in case of the Echo Beat on E).

Why should Campbell be so inaccurate in this case?

Sonntag, 21. April 2013

World online P&D Championchips 2013 April

Es freut mich berichten zu dürfen, dass ich bei der diesjährigen Bagpipelesson.com World Online P&D Championchips in den angetretenen Kategorien im Grad 3 jeweils den 1. Platz belegen konnte! Außerdem habe ich den 2. Platz als Overallwinner des Grad 3 belegt.

Meine Tunes:
Hornpipe: Man from Skye (Judge: James MacHattie; 7 Teilnehmer).
Piobaireachd: The Little Spree (Judge: James W. Troy; 8 Teilnehmer).




Samstag, 16. März 2013

Triumph !

Trotz Nachwirkungen meiner Erkältung habe ich es gewagt auf der BAG-Comp. in Friedberg teilzunehmen, und muss sagen, dafür lief es sehr gut. Das Feld war in allen Leveln sehr groß und das Niveau sehr hoch. Da hat sich einiges getan in den letzten 10 Jahren. 

Die Competition war sehr gut organisiert. Die Location sehr gut. Die Cafeteria vielleicht etwas zu klein ;) aber, da konnten die Organisatioren ja nichts für. (Ich hätte mir von dem Catering allerdings noch Obst im Angebot gewünscht... ansonsten war auch das super). 
Wir hatten hochkarätige Judges: Willie MacCallum und Roddy MacLeod, die selbstverständlich noch ein Recital gegeben haben nach den Events am Samstag abend. Insbesondere Roddys Pipe life zu hören war ein Hochgenuss. 

Ich trat an in dem Advanced-Level und spielte an diesem Tag Hornpipe-Jig und Piobaireachd. Die Pipe war in einer super Kondition. Chanter und Drones liefen perfekt und absolut steady. Im HP/Jig Event spielten insgesamt 11 Teilnehmer. Trotz eines guten Gefühls meiner Performance, habe ich hier nur der 5. Platz belegen können. Die Hornpipe lief zwar gut aber der Jig bedarf an Arbeit. Vielleicht sollte ich den austauschen. Der Piobaireachd lief sehr gut, trotz zwei kleiner Chokes in den Variationen und eines Slips. Von insgesamt 4 Teilnehmern konnte ich den 1. Platz für mich beanspruchen. D.h. spätestens ab der nächsten Saison muss ich im Piobd. eine Stufe höher spielen (wo man 3 Stücke angeben muss und der Judge einen auswählt, die Konkurenz ist in dieser Stufe natürlich auch stärker).

Die Events am Sonntag musste ich leider auf Grund des Wintereinbruchs ausfallen lassen, da ich mit dem Auto nicht aus dem Hof hinaus kam... Ärgerlich, aber auch nicht weiter tragisch.

1. Platz im Piobaireachd-Event der BAG-Comp. in Friedberg, 2013.


Und hier das Video mit meiner Piobaireachd-Performance, "The Little Spree":






Willie MacCallum beim Recital.